12. November 2015

[ 12.11.2015 ]

Es könnt‘ mir ja wurscht sein.
Aber dass meine künstlerische Alma Mater sich selbst ein derartigen Kollateralschaden zufügt, lässt mich halt dann doch nicht komplett kalt.

Von mir aus kann sich die Konservatorium Wien Privatuniversität natürlich gerne umbenennen.
Das Kons(ervatorium) Wien (ob zusätzlich als Privatuni ausgewiesen oder nicht) ist/war jedem ein Begriff, man wusste, wofür es steht. Allgemein bekannt war immer: die zwei dominierenden Kunstuniversitäten primär musikalischer Ausrichtung sind in Wien „die Musikuni“ (bzw. „mdw“, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien) und „das Kons“ (siehe oben). Ob sich die (neue) Führung vom Kons mit einer Umbenennung daher überhaupt etwas Gutes tut, sei dahingestellt. Ist nicht mein Bier, wie gesagt.

Fassungslos macht mich aber die Wahl der neuen Bezeichnung:
MUK. Musik und Kunst.

Ich wiederhole: Musik und Kunst.
Gelehrt wird auf dieser Universität: Musik – und auch Kunst.

(Ich hoffe, es gab in den „sozialen“ Netzwerken schon diverse Unmutsbekundungen, ich bekomme das natürlich nicht mit; ich gehe mal davon aus.)

Wie konnte es soweit kommen?!?

Musik UND Kunst!

Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun, bekanntlich !!!

Wenn solche hirnlose Bezeichnung einem neu eröffneten Mini-Café auf seiner Website passiert – „Wir freuen uns über allerlei Auftritte, über Darbietungen von Musik und Kunst“ – dann denkt man sich, jo mei, sowas kann schon passieren.
Aber einen an dieser Stelle (!) unfassbar peinlichen Denkfehler selbst zur neuen Bezeichnung, zum neuen ‚Label‘ einer der renommiertesten Kunstuniversitäten des Landes zu machen – hallo ?! ?!

 

H A L L O – O   ? ! ? ! ?

 

…ganz abgesehen davon, wie hanebüchen, wie unprofessionell es daherkommt, bezieht man das Bindewörtchen ‚und‘ auf diese Weise gleichberechtigt mit den Begriffen ‚Musik‘ und ‚Kunst‘ in so ein Akronym mit ein.*
Nicht einmal optisch gibt es eine Absetzung (MuK) – nein. MUK.

Wirklich – als ob es sich ein Kleinkind ausgedacht hätte. In jeder Hinsicht.

 

* Dass das WUK ebenfalls ein „und“ in seines Akronyms Mitte prominent stehen hat, finde ich ehrlich gesagt ebenso unglücklich, aber immerhin handelt es sich hier um ein Kulturzentrum, welches in erster Linie Austragungsort und Bühne für verschiedenste Kulturangebote ist. Es versteht sich jedenfalls nicht als universitär-akademische Bildungseinrichtung, für welche meines Erachtens durchaus höhere Maßstäbe bzgl. einer treffenden und repräsentativen Bezeichnung gesetzt werden können.