12. Februar 2017

(C) Bernhard Krisper

it’s new, but
it’s not a trend. it’s a necessity.
(if you care, of course.)
April 13th, 2017, B.K.

23. März 2016

[ 23.3.2016 ]

Als hätten die Benutzer/innen der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien in den letzten Jahren nicht schon genügend Qualitätseinbußen hinnehmen müssen…
…ist auf den Netzplänen der Wiener Linien, die an so gut wie jedem Haltestellenhäuschen in Wien zu finden sind, das Gesamt-Liniennetz (U-Bahn, S-Bahn, Bus, Straßenbahn) ab der neuen Ausgabe (März 2016) nur mehr als vereinfachte, schematische, nicht maßstabgetreue Abbildung zu sehen. Das heißt: ohne den Stadtplan Wien dahinter!
Den schematischen Netzplan bspw. des Wiener U-Bahn-Netzes kennen wir ja schon seit Jahrzehnten, der in jedem U-Bahn-Waggon direkt über jedem Ausgang erstrahlt. Nach dieser vereinfachten Darstellung jedoch das gesamte Liniennetz Wiens zu präsentieren, bedeutet massive Einbuße in der Orientierungshilfe für jede/n Öffi-Benutzer/in.
Denn es hat schon einen tieferen Sinn, Liniennetze in maßstabgetreue(!) Karten einzuzeichnen: als Betrachter kann man hier Abstände einschätzen, Häuserblöcke zählen, bestimmte Straßen bestimmten Linien zuordnen (ja! Man musste zwar genau schauen, aber auf den alten Plänen waren die Straßennamen zu lesen!)… kurz: wofür ein Stadtplan halt im Allgemeinen so nützlich ist.
Schade, sehr schade. Der neue Netzplan informiert nur mehr darüber, 1.) welche Linien es gibt, 2.) wie ihre jeweiligen Stationen heißen und 3.) bei welchen Stationen sich diese Linien kreuzen. Keine Auskunft mehr über geographische Lage und Linienverlauf, Stationsabstände, Straßenzüge und Straßennamen. Also eine freche Abfuhr an Orientierungswillige, Orientierungsbedürftige, an Menschen, die sich evtl. sogar über den momentanen Zielort hinaus Orientierung verschaffen hätten wollen. So zwingt man die Orientierungssuchenden noch mehr in die Abhängigkeit von ihren Wischtelefonen (und damit von Google Maps) hinein.
Deppert!

12. November 2015

[ 12.11.2015 ]

Es könnt‘ mir ja wurscht sein.
Aber dass meine künstlerische Alma Mater sich selbst ein derartigen Kollateralschaden zufügt, lässt mich halt dann doch nicht komplett kalt.

Von mir aus kann sich die Konservatorium Wien Privatuniversität natürlich gerne umbenennen.
Das Kons(ervatorium) Wien (ob zusätzlich als Privatuni ausgewiesen oder nicht) ist/war jedem ein Begriff, man wusste, wofür es steht. Allgemein bekannt war immer: die zwei dominierenden Kunstuniversitäten primär musikalischer Ausrichtung sind in Wien „die Musikuni“ (bzw. „mdw“, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien) und „das Kons“ (siehe oben). Ob sich die (neue) Führung vom Kons mit einer Umbenennung daher überhaupt etwas Gutes tut, sei dahingestellt. Ist nicht mein Bier, wie gesagt.

Fassungslos macht mich aber die Wahl der neuen Bezeichnung:
MUK. Musik und Kunst.

Ich wiederhole: Musik und Kunst.
Gelehrt wird auf dieser Universität: Musik – und auch Kunst.

(Ich hoffe, es gab in den „sozialen“ Netzwerken schon diverse Unmutsbekundungen, ich bekomme das natürlich nicht mit; ich gehe mal davon aus.)

Wie konnte es soweit kommen?!?

Musik UND Kunst!

Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun, bekanntlich !!!

Wenn solche hirnlose Bezeichnung einem neu eröffneten Mini-Café auf seiner Website passiert – „Wir freuen uns über allerlei Auftritte, über Darbietungen von Musik und Kunst“ – dann denkt man sich, jo mei, sowas kann schon passieren.
Aber einen an dieser Stelle (!) unfassbar peinlichen Denkfehler selbst zur neuen Bezeichnung, zum neuen ‚Label‘ einer der renommiertesten Kunstuniversitäten des Landes zu machen – hallo ?! ?!

 

H A L L O – O   ? ! ? ! ?

 

…ganz abgesehen davon, wie hanebüchen, wie unprofessionell es daherkommt, bezieht man das Bindewörtchen ‚und‘ auf diese Weise gleichberechtigt mit den Begriffen ‚Musik‘ und ‚Kunst‘ in so ein Akronym mit ein.*
Nicht einmal optisch gibt es eine Absetzung (MuK) – nein. MUK.

Wirklich – als ob es sich ein Kleinkind ausgedacht hätte. In jeder Hinsicht.

 

* Dass das WUK ebenfalls ein „und“ in seines Akronyms Mitte prominent stehen hat, finde ich ehrlich gesagt ebenso unglücklich, aber immerhin handelt es sich hier um ein Kulturzentrum, welches in erster Linie Austragungsort und Bühne für verschiedenste Kulturangebote ist. Es versteht sich jedenfalls nicht als universitär-akademische Bildungseinrichtung, für welche meines Erachtens durchaus höhere Maßstäbe bzgl. einer treffenden und repräsentativen Bezeichnung gesetzt werden können.

12. November 2015

[ 7.11.2015 ]

Bestürzt und tieftraurig macht mich der völlig unerwartete Tod vom Edi.

Edi, der mit der „Galerie ‚Ausstellung‘ “ im 8. Wiener Gemeindebezirk eine der so (!) wenigen unkompliziert und unbürokratisch bespielbaren Kunst-Locations betrieben hat, hat uns im Oktober – still und völlig abseits einer Öffentlichkeit – auf ewig verlassen.

Konzerte auf seiner kleinen, aber kompakten Bühne werden mir unvergesslich bleiben; viel mehr aber noch Edis fröhliches Gemüt, seine unkomplizierte Art und nicht zuletzt seine Hingabe… seinen gesamtpersönlichen Einsatz, mit dem er die „Ausstellung“ betrieben hat, werde ich – und mit mir viele andere – vermissen. Es scheint ein Gemeinplatz zu sein, aber dennoch: heute ist oft nur mehr mit genau so viel Leidenschaft, Aufopferung und Idealismus eine solche kleine Lokalität zu betreiben, deren höchster Zweck keineswegs der eigene Profit ist, sondern schlicht und einfach Kulturvermittlung auf unmittelbarstem und völlig unprätentiösem Wege.

In eine lange Schlange von Trauernden und Traurigen reihe ich mich hiermit ein und sage nur immer wieder stumm danke.

Danke, Edi.
Es bräuchte so viel mehr Menschen mit einem Idealismus jener Art, wie Du ihn gehabt hast.

DANKE , Edi !